Neue Technologie für ultraglatte Polymerfolien

1,25 Meter breites Foliensubstrat an der Rolle-zu-Rolle-Beschichtungsanlage atmoFlex 1250
Quelle: Fraunhofer FEP
06.08.2018 Glatte Oberflächen mit geringen Defektdichten sind für viele Anwendungsbereiche von großer Bedeutung, wie z.B. für dekorativ beschichtete Fahrzeugkarosserien oder Kunststofffolien als Substrate für die Hightech-Industrie. Die Wirkung ist dabei nur realisierbar, wenn die Oberfläche ein hohes Niveau aufzeigt. So werden z.B. Folien für die Verkapselung von elektronischen Bauteilen in einem Vakuumbeschichtungsprozess mit dünnen Schichten versehen, die das Eindringen von Sauerstoff oder Feuchtigkeit verhindern. Die Abscheidung von elektronisch aktiven Schichten für OLED oder Touchscreens erfordert ebenfalls ultraglatte Oberflächen, um Fähigkeiten wie Lichtemission oder großflächige Leitfähigkeit zu gewährleisten.

Wissenschaftler des Fraunhofer FEP haben nun eine neue Methode zur Erzeugung ultraglatter Oberflächen entwickelt – den Glättungsfolienansatz. Dieser neuartige Prozess benötigt keine spezielle Umgebung und könnte somit auch unter Standardbedingungen in der Industrie verwendet werden. Bei diesem Ansatz wird eine Folie nass beschichtet. Unmittelbar danach wird die nasse Beschichtung mit einer zweiten Folie, der Glättungsfolie, abgedeckt. Anschließend erfolgt die Vernetzung der Nassbeschichtung durch einen Trocknungsprozess mittels Elektronenstrahltechnik. Es gelang den Wissenschaftlern aufzuzeigen, dass auch nach 10-maliger Wiederverwendung der Glättungsfolie keinerlei Mängel in der Oberflächenqualität auftraten und somit die Kosten nachweislich reduziert wurden.

Kontakt: Philipp Schulze, Fraunhofer Institute for Organic Electronics, Electron Beam and Plasma Technology FEP
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